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Funkanlagen

Die turnusmäßige Ablesung der Erfassungsgeräte stellt für die Wärmedienste zunehmend ein logistisches und personelles Problem dar: Die stetige Zunahme der Kalenderjahresabrechnungen führt dazu, dass auch die Anzahl der zum 31.12. abzulesenden Geräte ständig zunimmt. Erschwerend hinzu kommt die Zahl der Single- und Doppelverdiener-Haushalte, die in vielen Fällen eine weite Anfahrt zu ihrem Arbeitsplatz haben und von daher nur für die Anwesenheit zur Ablesung einen Urlaubstag 'vergeuden' müssen.
Das führte zu der Situation, dass die Ableser mittlerweile viele Objekte mehrfach anfahren müssen, um alle Wohnungen zu belaufen, und daher einen entsprechend höheren Zeitaufwand für die Ablesungen einrechnen müssen.

In dieser Situation stellte die Funktechnik eine sehr elegante Lösung des Problems dar.

Funktionsweise
Alle im Haus befindlichen Geräte zur Verbrauchserfassung (Heizkostenverteiler, Wasser- und Wärmezähler sowie Stromzähler usw.) sind mit einem Funkmodul ausgestattet. Gleichzeitig sind in den Treppenhäusern sogenannte Funksammler angebracht. Die Funkmodule der Erfassungsgeräte setzen mehrmals täglich ein sogenanntes 'Funkprotokoll' mit Ablesewerten und Gerätedaten sowie der Gerätenummer ab. Dies wird in den Funksammlern empfangen, ausgewertet und unter der jeweiligen Gerätenummer abgespeichert. Zur Monatsanfang werden die aktuellsten Funkprotokolle dann im Funksammler in einen sogenannten 'Monatsspeicher' übertragen. Jeder Funksammler verfügt über 18 Monatsspeicher. Dadurch werden Zwischenablesungen (z. B. bei Nutzerwechsel) überflüssig, da bereits ein Ablesewert für jeden Monat der vergangenen 18 Monate vorhanden ist.

Besonderheiten
Die Funksammler können miteinander vernetzt werden, so dass alle Ablesewerte in allen Sammlern abgespeichert sind. Das vereinfacht später die Ablesung und stellt eine zusätzliche Datensicherheit dar.

Alle Komponenten werden über interne Batterien mit elektrischer Energie versorgt, es müssen also keinerlei Leitungen verlegt werden.

Ablesung
Die Ablesung erfolgt dann aus den Funksammlern. Da diese Geräte nicht nur empfangen, sondern auch senden können (bidirektionale Verbindung), kann man sie über ein spezielles Radiomodul in Verbindung mit einem Laptop von außerhalb des Hauses ansprechen und die Übertragung der gespeicherten Daten auslösen. Die Daten werden dann vom Radiomodul empfangen und auf den angeschlossenen Laptop übertragen.

Eine andere Möglichkeit der Ablesung besteht darin, einen der Funksammler mit einem sogenannten 'GSM-Modem' auszustatten. Dies funktioniert ähnlich wie ein Handy und kann von jedem beliebigen Ort aus angerufen und zur Datenübertragung aufgefordert werden. Dazu benötigt man ein Handy, das mit einer Schnittstelle zum Computer ausgestattet ist. Die Daten werden dann 'per Telefon' übertragen und im angeschlossenen Computer abgespeichert. Diese Lösung ist auf Grund der höheren Gerätekosten jedoch nur sinnvoll, wenn man die Anlage häufiger auslesen möchte, oder wenn es sich um ein großes Objekt handelt. Darüber hinaus benötigt der Sammler mit einem GSM-Modem einen Netzanschluß.

Datensicherheit
Die Funksammler werden durch Passwörter gegen unbefugtes Auslesen geschützt. Darüber hinaus hinterlegen wir keinerlei Zusatzinformationen (Wohnungsnummern, Lagebezeichnungen oder Namen), so dass beim Auslesen nur die Gerätestände und -nummern ohne Bezug zu den Nutzeinheiten übertragen werden. Die Zuordnung erfolgt erst später bei uns im Hause.

Strahlenbelastung
Die Strahlenbelastung der Anlagen ist sehr gering. Die Sendeleistung der Erfassungsgeräte beträgt 20 mW, das ist etwa 1% der Energie, die von einem Handy abgegeben wird. Darüber hinaus setzen die Erfassungsgeräte ihre Funkprotokolle nur alle paar Stunden ab, die Übertragungszeit beträgt jeweils nur einen Sekundenbruchteil.
Die Energiedichte von Funksignalen nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab. Da man - im Gegensatz zu einem Handy -  weder den Heizkostenverteiler, noch den funkenden Wasserzähler direkt am Ohr hat, ist die tatsächliche Belastung für den Organismus noch einmal um ein Vielfaches geringer - praktisch nicht mehr nachweisbar.