Merkblatt zur Eichpflicht für Kaltwasserzähler
Solingen, Sept. 1998

Kaltwasserzähler, Warmwasserzähler und Wärmezähler

Die gesetzliche Grundlage für die Eichpflicht ist das Gesetz über das Meß- und Eichwesen (Eichgesetz) vom 11.07.1969 (BGBL I S 759), letzte Fassung vom 22.02.1985 (BGBL I S 410, Änderung vom 24.09.1992 (BGBL I S 1653).

Die Eichpflicht besteht für die o.g. Zähler, wenn sie im geschäftlichen Verkehr Verwendung finden, d.h. geschäftlicher Verkehr liegt auch vor, wenn die Anzeige bzw. Ergebnisse der Meßgeräte die Grundlage für die Kostenabrechnung/Verteilung bilden, z.B. zwischen Hausbesitzer und Nutzer o.a.

Die Eichung erfolgt durch die Eichbehörde, der Eichung gleichgestellt ist die Beglaubigung durch "staatlich anerkannte Prüfstellen", in der Regel durch die Herstellerbetriebe.

Voraussetzung für die Eichung/Beglaubigung ist die Bauartzulassung durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB).

Die Bauartzulassung, Prüfstelle und das Jahr der Beglaubigung wird durch das PTB-Zulassungszeichen angezeigt (auf der am Gerät befindlichen Bleiplombe oder einem Aufkleber).

Eichgültigkeit/Beglaubigungsdauer Beginn der Eichpflicht:
Kaltwasserzähler 6 Jahre 01.01.1979
Warmwasserzähler 5 Jahre 01.01.1981

Wärmezähler  5 Jahre

01.07.1980

Bei beglaubigten Zählern ergibt sich der Zeitpunkt des Zähleraustausches/Nachbeglaubigung durch Hinzurechnung von 5 Jahren (bzw. 6 Jahren für Kaltwasserzähler) zu dem angegebenen Beglaubigungsjahr.

Die Nacheichung/Neubeglaubigung bedingt den Austausch der vorhandenen Zähler gegen einen neu-beglaubigten Zähler mit gleichen Abmessungen durch Ihren Installateur oder Abrechnungsunternehmer. Die Nacheichung kann nur in einer staatlich anerkannten Prüfstelle oder beim Hersteller erfolgen.
Wegen des Eichaufwandes werden die eichfälligen Zähler überwiegend gegen fabrikneue Zähler getauscht. Dies gilt insbesondere bei den recht preiswerten Wohnungswasserzählern. Bei Großzählern, die wegen ihrer höheren Genauigkeit recht koststpielig sind, lohnt sich hingegen oft eine Nacheichung und Generalüberholung.

Selbstverständlich können Austauschzähler auch von uns geliefert werden, auch auf Mietbasis. Bei einer Anfrage nennen Sie uns bitte Zählerart, Fabrikat und technische Daten der auszutauschenden Zähler.

Warmwasser und Wärmezähler in der Heizkostenabrechnung

Zur Umlage der für den Austausch von Wärmezählern entstehenden Kosten beziehen wir uns auf einen Artikel in der FWW 12/85, in dem Ministerialrat W. Schilling die Ansicht vertritt, daß die durch die Nacheichung entstehenden Kosten als nach der Heizkostenverordnung zu verteilende sonstige Betriebskosten zu betrachten sind bzw. als "Kosten der Verwendung" der Meßgeräte und daher nach der Heizkostenverordnung auf die Nutzer verteilt werden können (Heizkostenverordnung § 8, Abs. 2).

Weiter heißt es: "Der Billigkeit entspricht es, solche Kosten nicht im Jahr der Nacheichung bzw. des Austausches der Geräte voll in die Heizkostenabrechnung aufzunehmen, sondern sie auf die gesamte Dauer der Eichperioden zu verteilen". Diese Auffassung wird auch im Wirtschaftsministerium und im Bauministerium vertreten.

Kaltwasserzähler in der Nebenkostenabrechnung

Hinsichtlich der Austauschkosten bei Wasserzählern läßt hier die 2. Berechnungsverordnung die Umlage der Kosten ausdrücklich zu. In der "Betriebskostenverordnung" werden in Absatz 2 diese Kosten zu den umlagefähigen Betriebskosten gerechnet. Auch hier sollten die Kosten über den Zeitraum der Eichdauer umgelegt werden.